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Zustand

4/2007 - Zustand des Schienennetzes verschlechtert sich weiter

01.03.2007 - Netzwerk Privatbahnen (Presseerklärung)  

Private Bahnen rügen folgenschwere Managementfehler

Das Netzwerk Privatbahnen veröffentlichte kürzlich den Fortsetzungs-
bericht über Anzahl, Länge und Alter der Langsamfahrstellen auf dem Schienennetz in Bayern
und Baden-Württemberg. Somit liegen nun erstmals Ergebnisse für einen zweijährigen Unter-
suchungszeitraum vor. (http://www.netzwerk-privatbahnen.de/pdf/061222_La-
StellenkurzBerichtSued.pdf)
Demnach hat sich die Anzahl der Langsamfahrstellen – trotz der Fußballweltmeisterschaft –
im Sommer 2006 im Vergleich zum Vorjahr um 3 % (2005: plus 32 %) weiter erhöht. 11,6 % der
Langsamfahrstellen wurden beim Fahrplanwechsel im Dezember 2005 in den Buchfahrplan
übernommen (Vorjahr 15 %). Damit wurden diese Fahrzeitverlängerungen zur Regelfahrzeit
erhoben, ohne ihre Ursache zu beheben. Annähernd 30 % der Langsamfahrstellen sind älter als
12 Monate und ca. 14 % älter als 24 Monate. Es konnte naturgemäß nicht festgestellt werden, wie
viele Langsamfahrstellen beispielsweise 36 Monate alt sind. Im Herrschaftswissen der DB AG
verbleiben darüber hinaus Anzahl, Länge und Alter jener Langsamfahrstellen, die jedes Jahr in
den Jahresfahrplan übernommen worden sind.
Die privaten Bahnen werfen der Konzernführung der DB vor, die Instandhaltung der Eisenbahn-
infrastruktur sträflich zu vernachlässigen, um die Ertragssituation der Staatsbahn für einen
eventuellen Börsengang aufzuhellen. (Einzelheiten unter: http://www.netzwerk-
privatbahnen.de/dossiers.htm). Der unlängst bekannt gewordene Bericht des Bundes-
rechnungshofes verleiht der Behauptung der Privatbahnen eine völlig neue Qualität. Hartmut
Gasser, Vorsitzender des Netzwerks Privatbahnen: „Was in Jahrzehnten aufgebaut wurde, hat
die DB AG zu großen Teilen dem Verschleiß anheim gegeben. Es bedarf nun vieler Jahre und
eines überproportionalen Einsatzes von Haushaltsmitteln, um diese Versäumnisse wieder
aufzuholen – von den damit verbundenen schweren Verkehrsbehinderungen ganz zu
schweigen.“ Nach Auffassung des Netzwerks Privatbahnen handelt es sich hierbei um
Fehlentscheidungen des Managements, die in der Privatwirtschaft umgehend zu personellen
Konsequenzen geführt hätten. „Und dass man in Berlin jetzt über eine Vertragsverlängerung für
den Vorstandsvorsitzenden der DB AG nachdenkt, zeigt eindrucksvoll, wie weit die Staatsbahn
von einem privatwirtschaftlichen Unternehmen entfernt ist“, kommentiert Arthur-Iren Martini,
Geschäftsführer von Netzwerk Privatbahnen, diesen Vorgang.


  
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