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Zustand

3/2007 - Kyrill ist nicht an allem Schuld

29.01.2007 - Netzwerk Privatbahnen (Presseerklärung)  

Für die schweren Beeinträchtigungen des Zugverkehrs infolge des Sturms Kyrill ist die DB zu einem erheblichen Teil mitverantwortlic

Seitdem die DB AG eine Privatisierung des Konzerns mitsamt der Eisen-
bahninfrastruktur anstrebt, wird bei der Instandhaltung des Schienennet-
zes massiv gespart. Das zeigt sich zum einen bei der Entwicklung von An-
zahl und Alter der Langsamfahrstellen. Gegenstand massiver Einsparun-
gen ist seit vielen Jahren aber auch der Gehölzrückschnitt. Die Folgen: Bei
stärkeren Stürmen beschädigen die viel zu dicht an der Gleisachse ste-
henden Bäume Oberleitungen und Signalanlagen bzw. blockieren die
Gleise.  
 
Der konsequente Gehölzrückschnitt bezweckt die Minimierung der Be-
triebsgefahren und Betriebsstörungen und der damit verbundenen Schä-
den an Fahrzeugen und Bahnanlagen durch Unwetter. Eisenbahnen, die
ihre Infrastruktur konsequent instand halten, blieben von größeren Schä-
den und Betriebseinschränkungen durch „Kyrill“ weitgehend verschont. Als
positives Beispiel hierfür stehen die niedersächsischen EVB Eisenbahn-
und Verkehrsbetriebe Elbe Weser. EVB weist in einer Presseerklärung
darauf hin, dass der Eisenbahnbetrieb auf ihrer eigenen Infrastruktur (Bux-
tehude-Bremerhaven, Umgebung überwiegend bewaldet) trotz extremem
Sturm aufrechterhalten wurde, wenn auch mit reduzierter Geschwindigkeit.
 
Beunruhigend ist die Tatsache, dass die DB Netz AG bezüglich des Zu-
standes der Eisenbahninfrastruktur nicht hinreichend kontrolliert wird. In
jedem Sommer sind unzählige Warntafeln von Gras überwuchert und
Leuchtsignale von Büschen und Zweigen verdeckt. Häufig schlagen sich
Lokomotiven und Waggons im wahrsten Sinne des Wortes durch die Bü-
sche: Wo die Vegetation bis an den Bahnschotter herangewachsen ist,
zeichnet sich im Buschwerk das Kantenprofil von Containern ab. Dazu
Hartmut Gasser, Vorsitzender von Netzwerk Privatbahnen: „Dass das
Sturmtief Kyrill bei der DB zu massiven Ausfällen und Verkehrssein-
schränkungen führte, hat Fachleute nicht überrascht. Allein mit höherer
Gewalt lässt sich deren enormer Umfang  nicht erklären, eher mit der sys-
tematischen Vernachlässigung der Eisenbahninfrastruktur, um damit im
Hinblick auf eine eventuelle Kapitalmarktfähigkeit des Bahnkonzerns Kos-
ten zu sparen.“ Bei einer privatisierten Schieneninfrastruktur dürfte noch
radikaler gespart werden, als das schon heute der Fall ist. Deshalb fordert
Netzwerk Privatbahnen seit langem, die Verantwortung für die Eisenbahn-
infrastruktur nicht bei einer teilprivatisierten DB AG zu belassen. Hartmut
Gasser: „Die Schiene eignet sich nicht als Profitcenter. Kyrill hat das deut-
lich gemacht.“ 
 
 


  
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