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DB Konzern

Der Streik der Lokführer hat keinem gedient

18.02.2008 - Netzwerk Privatbahnen (Presseerklärung)  

Netzwerk Privatbahnen: Vielleicht geht bei DB-Privatisierung alles ganz schnell

Der Streik der Lokführer hat keinem gedient. Netzwerk Privatbahnen wurde von vielen Medien gefragt, ob nicht die Privatbahnen die Profiteure des Streiks seien. Dem wurde widersprochen, a) weil der Streik die ganze Branche beschädigt hat, und b) weil die kapitalintensiven Loks und Waggons bei privaten Bahnen tendenziell ausgelastet sind bzw. sein müssen, es also kaum freie Kapazitäten gibt. Nur in Einzelfällen konnten private Bahnen einspringen, zum Teil auf Zuruf der Railion Deutschland AG. Positiv ist die Tatsache zu bewerten, dass viele Verlader sich nun überlegen, ihre Abhängigkeit von einer einzigen großen Gütereisenbahn zu reduzieren. Es wurde jedenfalls noch nie so viel über private Güterbahnen gesprochen und berichtet, wie während des Streiks. Lokführer der privaten Gütereisenbahnen haben nicht gestreikt.

Erst nach der Hamburg-Wahl wird wieder Bewegung in die Privatisierungsdiskussion kommen, wenn überhaupt: Möglicherweise überfordert das Bahnthema die fragile große Koalition für den Rest der Legislaturperiode. Vielleicht geht aber alles auch sehr schnell: Als größter gemeinsamer Nenner könnte sich die Regierungskoalition am Ende darauf verständigen, die DB AG auf die Eisenbahn zu reduzieren, also die globale Logistik komplett zu veräußern. Das erfordert weder ein Gesetz, noch muss über Trennung von Netz und Transport entschieden werden. Die Koalition würde Handlungsfähigkeit demonstrieren. Mehr Geld, als gerade jetzt, wird es für Logistik wohl nie geben. Mit dem Veräußerungserlös für die bahnferne Logistik würde die DB AG mit einem Schlag ihr Eigenkapital- und Verschuldungsproblem lösen. Damit würde das Problem „Bahnprivatisierung“ zwar nicht gelöst, sondern vertagt. Die Komplexität des Themas wäre aber deutlich reduziert und der Finanzminister braucht sich nicht fragen zu lassen, was er beispielsweise mit 12.000 DB-Mitarbeitern in Indien zu tun hat.

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