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DB Konzern

9/2007 - Die Lokführer der privaten Gütereisenbahnen streiken nicht

08.08.2007 - Netzwerk Privatbahnen (Presseerklärung)  

Private Gütereisenbahnen haben seit längerem akzeptable Arbeitsbedingungen mit der Gewerkschaft vereinbart

Berlin - Die privaten Gütereisenbahnen, die sich im Netzwerk Privatbahnen zusammengeschlossen haben, legen Wert auf die Feststellung, dass ihre Lokführer von den Streikplänen der GDL nicht betroffen sind. Die privaten Gütereisenbahnen zahlen für die Lokführer bereits heute deutlich höhere Vergütungen, als die DB AG. Diese sind in Tarifverträgen mit der GDL festgelegt. Die Ungleichbehandlung von angestellten und beamteten Lokführern ist den privaten Bahnen naturgemäß fremd.

„An dem gegenwärtigen Tarifkonflikt mit der GDL ist das Management der Staatsbahn nicht unschuldig“ erklärt Hartmut Gasser, Vorsitzender des Netzwerks Privatbahnen heute in Berlin. In 2004 und 2005 habe die DB jeweils 900 Lokführerstellen gestrichen und nicht ersetzt. Auch im letzten Jahr habe man bei der DB die Augen vor der Entwicklung auf den Transportmärkten konsequent verschlossen und noch einmal 500 Lokführerstellen gestrichen, obwohl die ganze Branche über extremen Lokführermangel klage. Wenn sich nun eine Berufsgruppe marktkonform verhalte und die vom Management herbeigeführte Situation zu Lohnforderungen nutze, dann verwundere es doch sehr, dass die DB dies den Lokführern verwehren will.

Nach Auffassung von Netzwerk Privatbahnen verhält es sich mit den eingesparten Lokführern genau so, wie mit der radikal zusammengestrichenen Schieneninfrastruktur: Kaum erhöht sich das Verkehrsvolumen, verstopfen die Gleise und es treten dramatische Personalengpässe zutage. „In unseren Kreisen bezeichnet man derartige Sachverhalte als Managementversagen“, so Gasser. Solche Fehler führten regelmäßig zu personellen Konsequenzen. Damit sei aber bei der DB nicht zu rechnen, dafür säßen Management, Transnet und Alleineigentümer zu dicht im selben Boot.

Die Wettbewerbsbahnen sehen die vorgenannten Fehlentscheidungen im Kontext mit der diskutierten Teilprivatisierung der DB AG. Es handele sich dabei um den untauglichen Versuch, einen höhern Gewinn auszuweisen und die Kapitalmarktfähigkeit zu fingieren.

Inzwischen übersteigt die Nachfrage der DB nach Lokführern das Angebot um ein Vielfaches und der Bedarf kann kurzfristig nicht gedeckt werden. Darunter leiden auch die privaten Güterbahnen, obwohl sich deren Vergütungsniveau bereits auf dem von der GDL angestrebten Niveau befindet. Bei den privaten Bahnen wird damit gerechnet, dass Verlader ihre Logistikstrategie in sofern ändern, als sie verstärkt private Eisenbahnen in Anspruch nehmen, um ihre zum Teil totale Abhängigkeit vom DB Konzern zu reduzieren.


  
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