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DB Konzern

1/2006 - Netzwerk Privatbahnen ist besorgt uber Streikdrohung der Bahngewerkschaften

31.01.2006 - Netzwerk Privatbahnen (Presseerklärung)  

Bislang keine Stellungnahme der DB AG. Aktionen gegen das Schienennetz treffen auch Privatbahnen.

Das Netzwerk Privatbahnen zeigt sich besorgt von der Streikankündigung
der zwei größten Bahngewerkschaften anlässlich der bevorstehenden
Entscheidungen über den Börsengang der Deutschen Bahn AG. Es ist
bemerkenswert, dass zu dieser Streikandrohung, die sich in noch nie
stattgefundener Weise gegen Entscheidungen des Eigentümers richtet,
bis heute keine Stellungnahme von der DB AG erfolgte. 
 
Die Gewerkschaften haben bis jetzt nicht verlauten lassen, welche
Geschäftsbereiche der DB sie mit Ihren Aktionen überziehen wollen. Es
liegt aber nahe, dass Sie das Schienennetz bevorzugt bestreiken wollen.
Hier ist mit geringstem Aufwand der größte Schaden zu erreichen. Ein
Stellwerk, das auf einer Strecke nicht arbeitet, legt die ganze Strecke still.
Wenn die Gewerkschaften also das Schienennetz bestreiken, dann treffen
Sie den gesamten Konzern, aber nicht nur diesen. Es ist nämlich zu
berücksichtigen, dass auf dem Netz inzwischen ein bemerkenswertes
Verkehrsvolumen von Privatbahnen abgewickelt wird. So wird zum
Beispiel im Güterverkehr inzwischen mehr als jede zehnte Tonne von
Privatbahnen bewegt. Ein Streik auf dem Schienennetz würde also auch
diese Gesellschaften treffen. 
 
Deshalb hat heute das Netzwerk Privatbahnen, ein Zusammenschluss von
26 europäischen privaten Güterbahnen, die das Netz der DB mit Ihren
Zügen befahren, den Vorstand der DB Netz aufgefordert, 
 
- vorsorglich Maßnahmen gegen die Auswirkungen der Streiks zu
ergreifen, zum Beispiel durch strategischen Einsatz der nach wir vor bei
der DB AG beschäftigten Bundesbeamten, die bekanntermaßen nicht
streiken dürfen,
- und die eigenen Beschäftigten bei der DB Netz AG über diese
Zusammenhänge aufzuklären.
„Die Privatbahnen stehen nicht nur im direkten Wettbewerb mit den
anderen Verkehrsträgern, insbesondere dem LKW, sondern sind bedroht,
wenn sie ihren Betrieb nicht durchführen können“, erläutert der
Vorsitzende des Netzwerks Privatbahnen, Hartmut Gasser. „Eine
Lokomotive, die einen Gegenwert von ca. 3 Millionen Euro darstellt und
die nicht eingesetzt werden kann, ist ein Verlustbringer und kann das
Unternehmen in finanzielle Schwierigkeiten bringen. Dies muss der DB
Netz und ihren Mitarbeitern klar sein.“
 
Wie gefährlich ein sogenannter integrierter Börsengang der DB AG, bei
dem sowohl das Netz als auch alle anderen Transportgesellschaften in
einem Unternehmensverbund bleiben und damit auch Tarifvertragspartner
für die Gewerkschaften sind, für den freien Netzzugang wäre, beweisen
die Streikdrohungen.
 


  
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