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Langsamfahrstellen

6/2007 - Eisenbahninfrastruktur im Osten: Viele Langsamfahrstellen werden zur Dauereinrichtung

15.05.2007 - Netzwerk Privatbahnen (Presseerklärung)  

Netzwerk Privatbahnen legt Untersuchung über Anzahl, Länge und Alter von Langsamfahrstellen im deutschen Schienennetz vor

 
Netzwerk Privatbahnen legt die nunmehr vierte und fünfte Untersuchung
über Anzahl, Länge und Alter von Langsamfahrstellen im deutschen
Schienennetz vor. Dieses Mal geht es um das Schienennetz in Mecklen-
burg-Vorpommern und in Brandenburg („Ost“) und in Sachsen-Anhalt,
Sachsen und Thüringen („Südost“). Der vorgenommene Vergleich bezieht
sich auf die Langsamfahrstellen im Sommer 2005/2006.
 
Als Ergebnis ist festzuhalten, dass die Anzahl der Langsamfahrstellen zu-
rückgegangen ist, in „Ost“ um 8 % und in „Südost“ um 19 %. Ebenfalls
rückläufig, und zwar um ca. 30 %, war in beiden Regionen die Länge der
Langsamfahrstellen. Allerdings  ist hervorzuheben, dass nur 14 % bzw.
19% (Ost bzw. Südost) der Langsamfahrstellen innerhalb von einem Mo-
nat nach ihrer Einrichtung beseitigt wurden. Besorgniserregend ist, dass
über die Hälfte der untersuchten Langsamfahrstellen auch nach Ablauf ei-
nes Jahres noch nicht beseitigt worden sind. 12 % bzw. 14 % der Lang-
samfahrstellen sind als Fahrzeitverlängerung in den Jahresfahrplan 2006
übernommen worden. „Warum sollte DB Netz sich um die schnelle Besei-
tigung von Langsamfahrstellen bemühen“, fragt der Vorsitzende des
Netzwerks Privatbahnen, Hartmut Gasser, “droht ihr davon doch kein
Nachteil“. Auch das neue Anreizsystem zur Verbesserung der Infrastruktur
führt bei der DB Netz AG nicht dazu, dass Gleismängel nun besonders
schnell beseitigt werden: Fahrplanverzögerungen, die durch Langsam-
fahrstellen oder durch Baustellen verursacht werden, sind  von dem An-
reizsystem ausgenommen. Nach Auffassung des Netzwerks Privatbahnen
erhält die DB AG pro Jahr zwar viele Milliarden Euro für Ersatz- und Er-
neuerungsinvestitionen; die laufende Instandhaltung darf sie offenbar un-
gestraft vernachlässigen. Hartmut Gasser: „Das deutsche Eisenbahnsys-
tem ist getragen von einer Summe negativer Anreize“. 


  
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