ACHTUNG - IMPORTANT NOTICE

Diese Webseite ist nicht mehr aktuell. Bitte nutzen Sie www.npev.de

This website is not up to date. Please refer to www.npev.de

Baustellen allgemein

7/2007 - Stuttgart 21: Der Güterverkehr wird die NBS Stuttgart-Ulm weiträumig umfahren

12.07.2007 - Netzwerk Privatbahnen (Presseerklärung)  

Die Hochgeschwindigkeitsstrecke Stuttgart - Ulm perpetuiert die Probleme des Schienengüterverkehrs im Süd-Westen, ohne ihnen abzuhelfen.

Die privaten Gütereisenbahnen haben heute ein Positionspapier veröffentlicht, aus dem
hervorgeht, dass die geplante Hochgeschwindigkeitsstrecke Stuttgart – Ulm für den
Schienengüterverkehr ein ähnliches „Hindernis“ darstellt, wie gegenwärtig die Geislinger Steige
(Filstalbahn): Die Neubaustrecke ist noch steiler, als die berühmte Geislinger Steige, ihr
Trassenentgelt liegt ca. 60 % höher als die Filstalbahn. Schließlich darf die neue Verbindung nur
mit leichten Güterzügen befahren werden, die zudem komplett mit Scheibenbremsen ausgestattet
sein müssen. Güterzüge mit Scheibenbremsen sind heute kaum verfügbar.
 
Die Planer der Neubaustrecke argumentieren, dass durch sie auf der Filstalbahn zusätzliche  
Kapazitäten für den Güterverkehr geschaffen würden. Nach Auffassung von Netzwerk
Privatbahnen ist dieses Argument jedoch nur dann erheblich, wenn der Güterverkehr die
Filstalbahn/Geislinger Steige auch annimmt. Seit Jahren ist jedoch das Gegenteil zu beobachten:
Die Geislinger Steige wird vom Schienengüterverkehr gemieden, weil in der Regel eine weitere
Lokomotive zum Schieben erforderlich ist, die sich private Eisenbahnen aus der Region
beschaffen oder über die ganze Route mitführen müssen. Da die in Betracht kommenden
regionalen Umgehungsstrecken teilweise nicht elektrifiziert,  teilweise eingleisig und nur mit
Wendemanövern zu befahren sind, werden auch die regionalen Umfahrungsrouten nicht
angenommen. Zudem herrscht auf mehreren Alternativstrecken Nachtruhe und zwar exakt dann,
wenn die tagsüber an den Nordseehäfen gestarteten Ganzzüge den Südwesten Deutschlands
erreichen.  Die Verkehrsunternehmen umgehen deshalb Stuttgart-Ulm großräumig und lassen die
Güterzüge über Würzburg fahren. Die Zahlen belegen diesen Trend: Auf der Würzburger Route ist
seit Jahren eine erhebliche Zunahme des Güterverkehrs festzustellen.  Seit 2004 stieg dort die
Zahl der Güterzüge um 35%. Hingegen ist die Anzahl der Güterzüge auf der Filztalbahn/Geislinger
Steige von 140/Tag in 1991 auf  69/Tag in 2007  abgestürzt.   
 
„Wie sich die Neubaustrecke auch nur andeutungsweise amortisieren soll, wenn der Güterverkehr
sie meidet, kann nicht nachvollzogen werden“ sagt Hartmut Gasser, Präsident von Netzwerk Privatbahnen.

„Aus heutiger Sicht handelt es sich hier wieder einmal um eine krasse Fehlallokation
von knappen Haushalts- und EU-Mitteln, die uns auf Jahrzehnte hinaus an  vielen Stellen im Netz
fehlen werden.“ Die für die Investition gebundenen Mittel und erst Recht der Zuschussbedarf
während des Betriebes würden bewirken, dass die Effizienz dieser Investition und die Effizienz des
gesamten Schienennetzes verhältnismäßig gering blieben, so Gasser.  


  
RSS Feeds