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Bilanz und Finanz

2/2008 - Das Jahresergebnis DB AG muss relativiert werden

24.04.2008 - Netzwerk Privatbahnen (Presseerklärung)  

Das hoch subventionierte Schienennetz hat sich zur Cash Cow des Konzerns entwickelt, Sondereffekte schönen das Ergebnis.

Die privaten Gütereisenbahnen haben in Berlin eine kritische Stellungnahme zum Jahresabschluss der DB AG vorgestellt. Trotz anderslautender Einlassungen der Konzernspitze stagnierten die Ergebnisse der Eisenbahnverkehrssparten. Die hohen Investitionen in  die globale Logistik  hätten bislang noch keine überzeugenden Ergebnisse erbracht. Die Logistik sei groß, aber
ertragsschwach. Hingegen explodierten die Gewinne der Eisenbahninfrastruktur, die überwiegend aus Haushaltsmitteln des Bundes und Nutzungsentgelten der Eisenbahnen finanziert wird. Es sei offenkundig, dass der Konzern Staatszuschüsse ergebniswirksam maximiere und zusätzlichen Cash Flow generiere durch Vernachlässigung ausgerechnet der Infrastruktur. Auch blieben die Investitionen erneut weit hinter den Abschreibungen zurück. Ein großer Teil des Konzernergebnisses beruhe auf Einmaleffekten.  

„Der Geschäftsbericht der DB AG belegt, dass die Strategie der deutschen Staatsbahn nicht auf mehr Verkehr auf der Schiene  ausgerichtet ist“ kommentiert der Geschäftsführer von Netzwerk Privatbahnen, Arthur-Iren Martini. Nach Auffassung aller Experten seien hohe Monopolgewinne Ausdruck einer schwachen Entgeltregulierung. Die privaten Wettbewerber lieferten knapp 50 % ihrer Produktionskosten an ihren größten Wettbewerber, die DB AG, für Trassenbenutzung und Energie ab, „aber sicher nicht, um die Tantiemen der DB Führungskräfte zu mehren und die
Ertragssituation des Konzerns für den Börsengang zu schönen“ fährt Martini fort. In Anbetracht dieser Situation erneut eine Trassenpreiserhöhung von knapp 3 % anzukündigen, sei absurd.
Netzwerk Privatbahnen fordert, dass die Preisschraube der DB AG angehalten wird. Die Politik möge sich der Diskussion darüber zuwendet, welche Auswirkungen die vielen Milliarden € an
Haushaltsmitteln auf Kapazität und Verfügbarkeit der Eisenbahninfrastruktur haben.   


  
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